das jahr der bibel "Suchen. Und finden."

Suchen und Finden: Saul
1Sam 9-10

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Literaturhinweis

Eine bestimmte Sache habe ich gesucht, und bei der Suche entdecke ich etwas ganz anderes, was mit dem Gesuchten gar nichts zu tun hat. Wem ist das nicht schon so passiert? Es kann eine freudige Überraschung sein oder auch eine schmerzliche Erinnerung.
Im Ersten Buch Samuel (Kapitel 9 und 10) wird die Geschichte von Saul erzählt, der unterwegs ist auf einer Suche und am Ende selber der Gefundene ist.
Saul hat von seinem Vater den Auftrag erhalten, weggelaufene Eselinnen zu suchen. Er nimmt auf diese beschwerliche Suche einen Begleiter mit. Der Weg ist weit und mühsam und erfolglos.

Alexej v. Jawlensky (1864-1941), "Variation"

Saul will schon umkehren, aber sein Begleiter sieht noch eine Chance, sich Rat zu holen. Er weiß von dem Gottesmann Samuel, der vielleicht Auskunft geben kann. Saul geht auf diesen Vorschlag ein. Es kommt zur Begegnung mit Samuel. Dieser hatte am Tag zuvor von Gott eine Offenbarung, daß ihm der Mann begegnen werde, den er zum König von Israel salben sollte. Samuel muß nicht eigens auf die Suche gehen, aber er muß aufmerksam sein auf das, was ihm begegnet. Samuel hat von Kind an Gottes Wort gehört und danach gehandelt.
Auch jetzt handelt er klug. Er bereitet Saul auf etwas vor, fällt aber nicht mit der Tür ins Haus. Saul läßt sich auf die Einladung und Gastfreundschaft ein, drängt nicht zur Eile. Es ist Zeit für Gespräche und Fragen, für festliches Mahl.
Saul und sein Begleiter glauben, daß sie vom Gottesmann Weisung erhalten werden und können darauf warten. Daß die Eselinnen sich gefunden haben, hatte er ihnen schon gesagt. Das Gotteswort aber, das Samuel dem Saul verkünden soll, sagt er ihm allein und zwar erst beim Abschied.
Gottes Erwählung ist vor der öffentlichen Bekanntmachung zunächst persönliche Begegnung. Und Gott schickt den Erwählten zuerst auf einen einsamen und stillen Weg.
Nach der Salbung zum König aus der Hand Samuels folgt im Text ein entscheidender Satz:
„Sobald er nun den Rücken gewandt hatte, um von Samuel fortzugehen, da wandelte Gott ihm sein Herz in ein neues um.“
Wem Gott das Herz wandelt, der wird ein neuer Mensch, und die anderen merken es staunend.
Eine parallele Erfahrung gibt es im Bericht der Apostelgeschichte. Im 22. Kapitel berichtet der heilige Paulus von seiner Bekehrung, wie aus dem Verfolger Saulus der Verkünder Paulus wird.
Der Beginn eines neuen Weges, eines neuen Anfangs ist zunächst das Hören auf ein Wort, das mir gesagt wird. Es kann ein Rat oder Hinweis eines Freundes sein, oder auch ein Wort eines „Gottesmannes“, oder ein Satz aus der Bibel, den ich gehört oder gelesen habe.
Den ersten Schritt auf dem neuen Weg muß ich aber selber tun.