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„Wo
bist Du?“ Gott stockt der Atem, weil sich der Mensch vor ihm versteckt
hat. Von diesem Augenblick an ist Gott auf der Suche nach dem Menschen, hält
der Mensch ihn in Atem.
Ein
großer Spannungsbogen durchzieht die ganze Geschichte Gottes mit den
Menschen, bis er seinen Sohn in die Welt schickt. Er ist der gute Hirt,
der das verlorene Schaf auf seine Schulter nimmt und es heimträgt. Jesus
selbst sagt von sich, daß er gekommen ist, zu suchen und zu retten, was
verloren ist (Lk 19,10).
Auch mich sucht Gott, denn er will jeden Menschen einbeziehen in die
Gemeinschaft mit sich. Dieses Suchen und Finden ist eine der tiefsten
menschlichen Erfahrungen.
Seitdem das Verhältnis Gottes zum Menschen durch die Sünde gestört ist,
hat der Mensch keinen freien Zugang mehr zu Gott. Obwohl er sich nur von
Gott finden zu lassen braucht, ist er – bewußt oder unbewußt – ständig
auf der Suche nach IHM. Letztlich, so erfahren wir es aus der Heiligen
Schrift, ist dies ein „Spiel der Liebe“, ein Werben Gottes um den
Menschen.
Am Ende der Bibel wird uns ein Ausblick gegeben, daß diese Suche nicht
vergebens ist und in der hochzeitlichen Vereinigung von Gott und Mensch im
Himmel an ihr Ziel kommt.
Es liegt an uns, wann diese letzte Erfüllung für uns persönlich
anbricht. Durch die Intensität unseres Suchens und durch unsere Sehnsucht
können wir Gottes Ankunft „bescheunigen“, wie der Apostel sagt (vgl.
2Petr 3,12).
Durch den Propheten Jeremia verspricht Gott: „Sucht ihr mich, so findet
ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von
euch finden“ (Jer 29,13).
Und Jesus lädt uns ein: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann
werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet“ (Mt 7,7).
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