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schöpfen
läßt, weitergehen.
Maria wird auf
unserem Bild dargestellt als die „Wegführerin“, ein Ikonenmotiv,
dessen Wurzeln bis in das 5. Jahrhundert zurückreichen. Es gilt als das
Urbild aller späteren Mariendarstellungen. Im 10. Jahrhundert erscheint
es in einem Kloster in Konstantinopel, wo sich die Mönche einer
besonderen Aufgabe widmeten: Sie stellten sich blinden Pilgern auf dem Weg
nach Jerusalem als Wegführer zur Verfügung. Dafür sahen sie in Maria
ihr Vorbild und fanden in der Bitte um ihre Fürsprache bei Gott Hilfe. So
wie die Mutter auf den Sohn weist als den Weg zu Gott, so wollten sie
Menschen helfen, die in Jerusalem die besondere Nähe zum Herrn suchten.
Die Bibel stellt den Menschen oft dar als einen, der blind ist für Gott,
der den Weg zu ihm allein nicht finden kann. (Vgl. z.B. Weish 2,21; Jes
42,19) Gott selbst tut alles, damit unsere Irrwege nicht im Abgrund enden.
Er sendet seinen Sohn in die Welt. In der Synagoge seiner Heimatstadt
Nazareth beschreibt Jesus seinen Auftrag mit den Worten: „Der Geist des
Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen
die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die
Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“
(Lk 4,18-19)
In der Taufe sind wir von göttlichem Licht erleuchtet worden (vgl. Eph
5,14). Aber die Anforderungen unseres Lebens lassen uns manche
Dunkelheiten erfahren, sicher Geglaubtes wird in Frage gestellt, wir sehen
„keine Sonne“ oder „keine klaren Bilder mehr“.
Das Bild der Gottesmutter in seinen klaren Formen weist uns auf den Weg
zurück. Es kommt eigentlich nur auf eins an: Auf
ihn zu schauen und zu hören was er sagt – in den Texten der Bibel,
durch Worte von Menschen, die es gut mit uns meinen, in Situationen, die
uns herausfordern. Er ist der Herr, der mit uns geht, der uns vorangeht,
damit wir den Weg zum Vater im Himmel finden.
Maria hat dies mit ihrem Leben verwirklicht. Sie ist den Weg ihres Sohnes
mitgegangen bis zum Kreuz und an sein Grab. Ihr Vertrauen auf Gott hat
sich am Ostermorgen erfüllt, sie durfte nach der Dunkelheit das neue
Licht erfahren, Christus, die Sonne der Gerechtigkeit.
Ihr Wort ist mehr als ein guter Rat – es ist ein Lebensprogramm: Was er
euch sagt, das tut!
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