das jahr der bibel "Suchen. Und finden." Eingang
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Literaturhinweis
Sucht, was droben ist“
(Kol 3,1)  

Die 50 Tage der Osterzeit sind geprägt von einem Satz, der in der Liturgie der Kirche immer wiederkehrt: „Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.“ (Kol 3,1)
Wenn wir auf den Abschluß der österlichen Zeit, auf Pfingsten, zugehen, ist es gut, das Ganze noch einmal in den Blick zu nehmen. Das Wort aus dem Kolosserbrief kann dabei hilfreich sein.
Es ist ein Aufruf, eine Einladung: Strebt nach dem, was im Himmel ist, sucht, was droben ist! Macht eure Aufmerksamkeit, eure Interessen, eure Sorgen dort fest, wo Christus ist – in der Herrlichkeit des Vaters!
Ist das nicht unrealistisch? Wir sind doch Menschen unserer Zeit, eingebunden in vielfältige Aufgaben, verantwortlich für die anderen, für diese Welt. Würden wir uns daran halten – wäre das nicht eine

Christus Pantokrator, Apsis des Doms von Cefalù, 1148

Bestätigung des Verdachts, die Christen vertrösten immer nur auf ein besseres Jenseits?
Worum es eigentlich geht, sagt uns der erste Teil des Satzes, der von der Taufe spricht: „Ihr seid mit Christus auferweckt.“ Das klingt zunächst wie eine nüchterne Feststellung. Wenn wir diesen Satz aber bedenken, ein paar mal für uns – vielleicht laut – wiederholen, dann können wir eine Ahnung bekommen, welche Realität dahinter steht: Tod und Auferstehung Jesu sind in unserem Leben Wirklichkeit geworden, mit allen Konsequenzen. Alles, was das Leben bedroht, Finsternis, Angst und Schuld hat in der Taufe seine Macht über uns verloren. Unser Leben ist das des auferstandenen Christus. Wir gehören zu ihm, ganz und für immer. Deshalb wäre es ein Unding, wenn wir uns mit anderem begnügen würden, wenn wir unsere Kraft für anderes investieren würden als für ihn und seine Sache.
Seine Sache, „sein Werk“, wie es das Johannesevangelium sagt, ist es, der Welt und allen Menschen Leben in Fülle zu schenken. Wer zu ihm gehört, hat genau hier seine Aufgabe. Dieser Anpruch ist eine Überforderung! Wie kann ich, wie können wir paar Christen etwas ausrichten angesichts der großen Probleme, der vielen Krisen, die immer bedrohlicher zu werden scheinen?
– Strebt nach dem, was im Himmel ist! Sucht zuerst das Reich Gottes! Macht euch fest in Gott! Das sind keine schwärmerischen, weltfremden Bekenntnisse. Aus diesen Worten spricht die Begeisterung derer, die für sich erfahren haben: Gott ist mit uns. Gott hilft, Gott rettet. Deshalb engagieren sie sich, machen das Unmögliche möglich. Sie haben das Vertrauen, daß ihr oft schwaches Bemühen von der unendlichen Liebe und Kraft Gottes getragen wird.
Um diese Kraft, „Dynamis“, wie die Bibel schreibt, beten wir in den Tagen vor Pfingsten. In einem Lied heißt es: „Der Geist des Herrn durchweht die Welt, gewaltig und unbändig.“ Der Geist Jesu bewegt seine Jünger, mitten in der Welt zu suchen, was droben ist.