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Literaturhinweis
"Ihr werdet ein Kind finden "
(Lk 2,12)
Verkündigung an die Hirten, Holztür (Detail) in St. Maria im Kapitol, Köln um 1065

Das Weihnachtsfest ist in unseren Breiten für  viele Menschen Gelegenheit, Grüße und gute Wünsche auszutauschen. Oft wird dabei auf das zu Ende gehende Jahr zurückgeschaut. Da war in ei-nem Brief zu lesen: „Es ist ja alles so schrecklich geworden in der Welt.“ – Ja, für viele ist es dunkle Nacht, das können wir nicht vergessen, wenn wir diese festlichen Tage begehen.
Nacht war es auch, als die Hirten auf dem freien Feld Wache bei ihren Herden hielten. Das zweite Kapitel des Lukasevangeliums spricht von Geburt und Kindheit Jesu.
Es beginnt mit der Schilderung der

politischen Lage, in die hinein jenes Kind geboren wird, das uns im weiteren Hören und Lesen des Textes aufleuchtet als der Retter, Messias und Herr (vgl. Lk 2,11): Das Land des auserwählten Volkes steht unter der Fremdherrschaft der Römer, die ihre Überlegenheit manifestieren, indem sie eine Steuerschätzung veranlassen. Das ist unerträglich – der Kaiser in Rom setzt sich an die Stelle Gottes, des einzigen Königs, den Israel anerkennen kann und darf. Es ist eine dunkle Zeit für das Volk, und niemand weiß, was in der Zukunft noch alles geschen, wohin das alles führen wird.
In diese Dunkelheit hinein fällt das Licht, das von Gott kommt. Unerwartet, plötzlich bricht es über die Hirten herein – und „sie fürchteten sich sehr“. Aber nicht Angst und Grauen will dieses Licht verbreiten. Die Hirten hören die aufmunternden Worte: „Fürchtet euch nicht“. Große Freude wird verkündet – mitten in der Nacht – und nicht nur für diese wenigen verschlafenen Männer, sondern für das ganze Volk: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“ Das ist die Botschaft, auf die man gewartet hat in diesen schlimmen Zeiten. Gott hat die Not seines Volkes gesehen, er greift mit seiner Macht ein. Da kann man sich nicht einfach wieder schlafen legen. Die Hirten werden auf den Weg geschickt. Gott hat ein Zeichen gegeben: „Ihr werdet ein Kind finden.“ Dieses Kind ist das Zeichen, daß Jahwe, der Herr Israels, sich seines Volkes erbarmt. Es ist das Zeichen, daß mitten in Dunkelheit, Ängsten und Nöten Erlösung beginnt.
Die Hirten brechen auf, sie finden das Kind. Es ist alles so, wie ihnen gesagt wurde, eigentlich nichts Spektakuläres, aber sie erkennen das Zeichen an. Sie geben die frohe Botschaft, die sie auf dem Feld gehört haben, weiter.
Als sie schon wieder bei ihren Herden sind, zurückgekehrt zu ihrem alltäglichen Geschäft, da loben sie Gott „für das, was sie gehört und gesehen“ haben.  

Das Weihnachtsfest führt uns Jahr für Jahr neu zu diesem Zeichen Gottes: Wir finden ein Kind. Auch für uns will Wirklichkeit werden, daß mitten im Dunkeln göttliches Licht leuchtet. Das Kind Jesus ist Gottes Zusage, daß er mit uns ist als der Immanuel, Gott mit uns. In unseren Liedern danken wir und loben ihn: „Christ, der Retter, ist da.“