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– Wofür
lohnt es sich, das Leben einzusetzen?
Das Matthäusevangelium erzählt von einem Kaufmann, der schöne Perlen
suchte: „Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles,
was er besaß und kaufte sie.“ (Mt 13,45-46)
Welcher Kaufmann tut so etwas? Geht er nicht ein unwägbares Risiko ein,
wenn er alles für eine einzige Perle gibt? Ist sie es wirklich wert? Wird
er den Handel nicht später bereuen?
Das Evangelium sagt: So wie dieser Kaufmann, ist das Himmelreich. Matthäus,
der für Christen schreibt, die aus dem Judentum stammen, verwendet einen
Begriff, der die Königsherrschaft Gottes bezeichnet. „Himmel“
steht hier für den Namen Gottes, den die Juden aus Ehrfurcht nicht
aussprechen. Jetzt erkennen wir: Gott ist auf der Suche nach einer Perle,
die ihm unendlich kostbar ist – nach uns Menschen. Er sendet seinen Sohn
in die Welt, der die Menschen einlädt in die Gemeinschaft mit dem
himmlischen Vater.
Die Schriften des Neuen Testaments, besonders die Evan-gelien, erzählen
und die Geschichte dieser Suche. Und vielleicht mutet sie uns wirklich an,
wie die eines Narren: Jesus kommt aus der Herrlichkeit Gottes in die Welt
als Mensch unter Menschen. Er ist wie wir, er ist „der Sohn des
Zimmermanns“. Wie kommt er dazu, in der Öffentlichkeit zu predigen?
Woher stammen seine Heilungskräfte? Die Menschen laufen ihm in Scharen
nach – und seine Familie sagt: „Er ist von Sinnen“ (Mk 3,21). Bald
wendet sich das Blatt: Man stößt sich an seinen Worten. Viele Jünger
verlassen ihn, denn „was er sagt, ist unerträglich“ (Joh 6,60). Am
Ende wird ihm der Prozeß gemacht, und seine Bewacher treiben ihren Spott
mit diesem Narren, der von sich sagt, daß er ein König ist. (Vgl. Joh
18,37; 19,2-3) Als er am Kreuz hängt, ist es klar: Dieser Jesus ist auf
der ganzen Linie gescheitert. Er trat als der Gottgesandte auf, der die
Menschen suchte, nun ist er von allen verlassen, und er hat überhaupt
nichts vorzuweisen.
Aber das Kreuz ist die Torheit Gottes, mit der er die Welt erlöst. (Vgl.
1Kor 1,18-25) Es ist die Torheit der Liebe, die nicht rechnet, die alles für
den geliebten Menschen gibt.
Der Narr hat die Perle gefunden und mit seinem eigenen Blut erkauft. Er hält
sie uns entgegen: So kostbar bist du mir. Er bietet sie dem Vater dar:
Hier ist dein geliebtes Kind.
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