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6.
Januar "Wir haben seinen Stern gesehen " (Mt 2,2) |
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Wer kennt sie nicht, die Geschichte von den Heiligen Drei Königen, die – von einem wunderbaren Stern geführt – aus dem fernen Orient nach Bethlehem kommen, um dem neugeborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe zu schenken? Sie ist aufgeschrieben im zweiten Kapitel des Matthäusevangeliums und wird am Epiphaniefest gelesen, das die meisten christlichen Kirchen am 6. Januar feiern. Das Wort „Epiphanie“ bedeutet Erscheinung einer Gottheit oder eines Königs und meint im christlichen Sprachgebrauch das Kommen Gottes in Jesus Christus zu uns Menschen. |
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Er
kommt in unsere von ihm
geschaffene Welt. Aber welche Verbindung hat dies zu den Drei Königen? Wer
die Geschichte kennt oder sie nachliest, merkt, daß da gar nicht von Königen
die Rede ist, auch die genaue Zahl findet sich nicht, sie wurde erst später
aus der Dreizahl der Geschenke geschlossen. Magier aus dem Osten, dem
nicht genau bestimmten Herkunftsland von Astrologie und religiöser
Weisheit, suchen das Königskind Jesus. In ihnen konnte ein Leser der
damaligen Zeit die Bildungselite der Heidenwelt entdecken, der Welt, die
den jüdisch-christlichen Gott, den Vater des Herrn Jesus Christus, bisher
nicht kannte. Die Magier werden auf ihn hingewiesen durch einen
geheimnisvollen Stern, der ihre Suche begleitet und sie dann auch genau zu
dem Haus führt, in dem sich das Jesuskind befindet. In diesem Stern zeigt
sich die Führung Gottes, er kann ein Sinnbild dafür sein, wie
menschliches Suchen, menschliche Weisheit und sogar die Sprache des Kosmos
uns letztlich zum Ziel – nämlich zu Gott – hinführen können. Aber
sehen wir noch einmal genau auf die Magier und ihr Tun: Was geschieht, als
sie am Ende ihres Weges angelangt sind? Sie selbst bekommen nichts, was
sie später zu Hause vorzeigen könnten, sondern sie fallen vor dem Kind
nieder und bringen ihm ihre kostbaren Geschenke dar, so heißt es im
biblischen Text – und doch wissen wir, daß ihr Suchen zum Ziel geführt
hat. |