das jahr der bibel "Suchen. Und finden." Eingang
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Literaturhinweis
Wer ist das“
(Mt 21,1-11)

 - Eine alltägliche Frage.
Sie signalisiert Interesse an einer Person, die wir bisher nur flüchtig zur Kenntnis genommen haben. Wie heißt dieser Unbekannte? Woher, aus welcher Familie kommt er? Was tut er? Hat er irgendeine Bedeutung - vielleicht für mich?
"Wer ist das?" fragen die Leute, als Jesus in Jerusalem einzieht. Eine große Menschenmenge begleitet ihn und bricht in Jubelrufe aus. Das Matthäusevangelium erzählt sogar, daß die ganze Stadt seinetwegen in Aufregung geriet. Während seine Begleiter rufen: "Sohn Davids, Hosanna - Bring doch Hilfe!", bleiben die distanzierteren Beobachter bei der nüchternen Feststellung: "Das ist der

Andrej Rublew (gest. um 1430), Ikone des Erlösers

Prophet Jesus von Nazareth in Galiläa." Es kommt auf die Perspektive an, aus der wir auf jemand sehen.
In allen vier Evangelien begegnet uns die Frage: Wer ist dieser Jesus? Sie geht bei den Erzählungen über die Worte und Taten Jesu immer mit. Menschen, die mit ihm in Berührung kommen, geben ganz unterschiedliche Antworten: Die einen erkennen in ihm den von Gott Gesandten, der mit unerhörter Souveränität Heil und Erlösung erfahrbar macht (z.B. Mt 14,33). Andere kommen zu dem Schluß: Dieser Mensch kann nur mit einem bösen Geist im Bunde sein, daß er solche Macht hat (z.B. Mt 12,24).
Wenn wir hören oder lesen, was seine Zeitgenossen über ihn dachten, dann stellt sich auch uns die Frage: Wer ist Jesus - für mich? Ich bin eingeladen und gefordert, Stellung zu nehmen.
Der Palmsonntag eröffnet die Heilige Woche auf Ostern zu. In der Passion Jesu wird die Frage unausweichlich. Die ihm den Prozeß machen, wollen es wissen: "Bist du der Messias, der Sohn Gottes?" (Mt 26,63) Aber sie haben schon längst ihre eigene Antwort gefunden. Pilatus spricht sie aus: "Seht, da ist der Mensch!" (Joh 19,5)  
- Nichts als der nackte Mensch, elend und ohnmächtig?
Am Kreuz, wo alles zu Ende ist, gibt es andere Antworten. Einer der mitgekreuzigten Verbrecher bittet Jesus: "Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst." (Lk 23,42) Und der römische Hauptmann bekennt als Zeuge des furchtbaren Sterbens Jesu: "Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn." (Mk 15,39)

Hier leuchtet schon das Licht von Ostern auf. Der am Kreuz gestorben ist, lebt und gibt Leben. Er ist der Herr der Welt.