das jahr der bibel "Suchen. Und finden." Eingang
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Literaturhinweis
Sucht zuerst das Reich Gottes
(Mt 6,33)

Stellen sie sich vor, Besuch hat sich angesagt. Da sind einige Vorbereitungen zu treffen. Unter anderem werden Sie sich vielleicht fragen: Was soll es zu essen geben?
Für viele Menschen geht es bei der Frage „Was sollen wir essen?“ nicht um eine besondere Gelegenheit, sondern um die alltägliche Sorge, woher das zum Leben Notwendige für diesen einen Tag zu beschaffen ist.

Die Bibel weiß, daß wir uns um unseren Lebensunterhalt zu

"Wunderbare Brotvermehrung" aus dem Egbert-Codex, Reichenau um 980

sorgen haben, daß wir arbeiten müssen, wenn wir Nahrung, Kleidung, Wohnung und manches darüber hinaus haben wollen. Sie schätzt die Arbeit durchaus positiv: Durch sie gestalten wir die Welt, nehmen wir teil am Werk des Schöpfers. Die biblischen Schriften wissen aber auch: Wenn Arbeit zum Selbstzweck wird, wenn sie nur noch der Vermehrung von Besitz und Macht dient, dann wird der Mensch unfrei, ein Sklave und Rädchen im Getriebe.
In der Bergpredigt des Matthäusevangeliums gibt es einen Abschnitt, der überschrieben ist mit dem Titel: „Von falscher und rechter Sorge“.
Jesus beschreibt Menschen, die ganz davon in Anspruch genommen sind, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie sammeln Schätze, aber letztlich ist der erhoffte Genuß nicht garantiert, ja er birgt sogar Gefahren in sich. Sie setzen viel ein für die Beschaffung von Essen und Kleidung, aber die aufgewendete Mühe wiegt das Ergebnis nicht wirklich auf. Die Vergänglichkeit unseres Lebens zeigt: Nicht wir sind es, die das Entscheidende tun können. Der Vater im Himmel weiß, was wir brauchen – und will es uns auch geben.
Deshalb mahnt Jesus: „Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dann wird euch das alles zufallen.“
Das Matthäusevangelium meint mit dem „Reich Gottes“ seine Königsherrschaft, Gottes uneingeschränktes mächtiges Wirken in unendlicher Liebe. Gott selbst sorgt für uns. Er weiß, was jedes seiner Geschöpfe braucht, was ihm zum Leben und zum Glück nötig ist. Er ist der Herr über alles und seine Gerechtigkeit ist es, zu tun, was er tun kann: uns, seinen Kindern, alles zu geben.
Der Vater im Himmel hat uns sein Ein und Alles gegeben – Jesus, seinen Sohn. Davon spricht das Johannesevangelium: Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. (Joh 3,16)
Wir dürfen uns nach der Liebe Gottes ausstrecken, er läßt sich von uns und unseren Bedürftigkeiten anrühren.
Die Aufforderung Jesu, Gott zu suchen, ist eine Einladung, Sie will Hoffnung geben und in die Freude führen, mitten in unseren Mühen und Sorgen.