das jahr der bibel "Suchen. Und finden." Eingang
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Literaturhinweis
"Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. "
(Ps 27,8)
Transfiguratio - Verklärung Christi - zeitgenössische Ikone

"Ich kann in deinem Gesicht lesen." - 
Was gibt es da zu sehen? Das Gesicht eines anderen spricht zu uns, wer er ist, wie es ihm gerade geht, was er von mir will. Wer mir sein Gesicht zeigt, sagt: Ich bin für dich da, wendet er es ab, heißt das: Ich will nichts mit dir zu tun haben, ich sehe dich gar nicht. Das tut weh und macht mich klein.
Die Bibel versichert uns: Gott sieht auf dich, er meint dich ganz persönlich, er ist für dich da. Das ist die Urerfahrung des Volkes Israel: Gott ist da, und er sieht. Damit beginnt alles Heil und die Rettung aus dem Sklavenleben in Ägypten (vgl. Ex 3,7-9). Im Lauf seiner Geschichte lernt Israel, daß alles davon abhängt, im Angesicht des Gottes, der 

rettet, zu bleiben. Dabei macht es die Erfahrung, daß dieser Gott nicht billig zu haben ist. Er bleibt der ganz andere, und seine Wege mit den Menschen sind oft rätselhaft. Ihn zu erkennen, wie er wirklich ist, das ist die große Sehnsucht in den Herzen der Frommen Israels, die sich im Gebet ausdrückt, wie im 27. Psalm

"Niemand hat Gott je gesehen", spricht das Johannesevangelium (1,18) die Erfahrung der Menschen aus. Aber es fährt fort: "Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." 
Jesus ist das uns zugewandte Angesicht Gottes. In seinen Worten und Taten können wir Gott erkennen. Die Jünger haben von ihm gelernt. Sie haben ihn auf seinen Wegen zu den Menschen begleitet. - Kannten sie ihn durch und durch?
Die drei synoptischen Evangelien (Mt 17,1-9; Mk 9,2-10; Lk 9,28-36) berichten von einem Ereignis, das für drei der Jünger - und für uns - ein "neues Licht" auf Jesus wirft: "Er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann." Jesus erscheint im Lichtglanz Gottes, seine Herrlichkeit und Größe wird offenbar. Als Zeugen seiner Macht treten Mose und Elija, die Autoritäten Israels, auf. Sie sprechen "von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte" (Lk 9,31). 
Wir wissen, was das Ende des irdischen Lebens Jesu war: das Kreuz. Aber es ist nicht das Letzte. Stärker als der Tod ist das Leben. Stärker als der Haß der Menschen ist Gottes Liebe. Er hat seinen Sohn aus dem Tod auferweckt. Er wird alle, die auf die Stimme des Sohnes hören (vgl. Lk 9,35), aus dem Tod ins Leben führen.
Wer Jesus folgt, sieht seine Herrlichkeit, wer mit ihm geht in das Dunkel von Leid und Tod, der  wird erleuchtet vom Licht des Ostermorgens.