das jahr der bibel "Suchen. Und finden." Eingang
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Literaturhinweis
1. Januar 
"suche Frieden, und jage ihm nach "
(Ps 34,15)
"Friedenstaube", Pablo Picasso, 1961

Der Beginn des neuen Jahres wird überall von guten Wünschen begleitet. Unter ihnen nimmt der Wunsch nach Frieden einen besonderen Platz ein. Wir erleben täglich, daß der Friede ein kostbares, aber zerbrechliches Gut ist. Der Blick auf das Weltgeschehen zeigt: Friede unter den Menschen ist nicht selbstverständlich.


Er muß geschützt und immer neu errungen werden. Das Bild der Friedenstaube, schon den Menschen der Antike vertraut, scheinbar abgegriffen und oft mißbraucht, stellt uns dies vor Augen. In der Bibel erscheint sie zum ersten Mal in der Sintfluterzählung. Die Menschen in der rettenden Arche schicken eine Taube hinaus in die vom Wasser verwüstete Welt. Zunächst findet sie nichts, woran sie sich halten kann, und kehrt deshalb in die Arche zurück. Die Menschen geben nicht auf, sie sind voller Hoffnung und schicken die Taube ein zweites Mal hinaus. Diesmal bringt sie einen frischen Olivenzweig von ihrem Erkundungsflug mit. Er ist denen in der Arche ein Zeichen, daß im Chaos Neues gewachsen ist. Von der dritten Aussendung kehrt die Taube nicht mehr zurück. Das Zeichen hat nicht getrogen: Die Erde ist für Tiere und Menschen wieder bewohnbar. Gott hat mit seiner Schöpfung einen neuen Anfang gemacht. Für den neuen Frieden zwischen Gott und Menschen gab der grüne Ölzweig, gefunden nach unbeirrbarer Suche, das Signal.

Die Erfahrung, daß der Friede gesucht werden muß, drückt der Beter im Psalm 34 mit den Worten aus: "Suche Frieden, und jage ihm nach." Warum dieser Einsatz mit allen Kräften? Der Psalm leitet die Aufforderung mit einer Begründung ein, die eine Einladung ausspricht: „Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?“ Das ist auch unsere Erfahrung – gutes Leben gelingt nicht ohne Frieden. Wo Streit, Neid und Ungerechtigkeit herrschen, kann das Leben mit seinen vielen Chancen sich nicht entfalten.

Es gibt Situationen, die Frieden unter Menschen unmöglich erscheinen lassen, in unserem begrenzten Alltag und in den großen Dimensionen der Weltpolitik. Manchmal fragen wir uns dann: Laufen nicht alle unsere Bemühungen ins Leere? Wer kann, wer wird hier Frieden bringen?

In unserem Kulturraum steht jeder Jahresanfang unter dem Eindruck des Weihnachtsfestes. Sein Symbol ist das Kind in der Krippe. Wir feiern die Geburt Jesu, des von Gott gesandten Erlösers. Für uns Christen ist mit seinem Kommen die Sehnsucht Israels und aller Völker nach Heil und Frieden erfüllt. In den liturgischen Texten wird er mit den Worten des Propheten Jesaja als der Fürst des Friedens besungen.
Die Krippe ist weniger ein Bild friedvoller Idylle als viel mehr ein Vorauszeichen für den Weg des Kindes, das darin liegt. Jesus ist der Messias, der mit wehrloser Liebe um die Herzen der Menschen wirbt. Seine Liebe ist die des himmlischen Vaters, mit dem er immer verbunden ist. Sie kostet ihn alle Kräfte seines Lebens und bringt ihn schließlich ans Kreuz. Aber sie ist stärker als der Haß der Menschen und als der Tod. - Gott hat Christus von den Toten auferweckt, so lautet das urchristliche Bekenntnis. Er hat ihn zum Herrn über Himmel und Erde und alle Mächte eingesetzt.
Das Geschenk des Auferstandenen an seine Jünger ist der Friede, ein Friede, wie ihn die Welt nicht geben kann. Es ist der Friede, den die Engel bei seiner Geburt den Hirten verkündeten: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“
Mit dieser Zusage können wir das neue Jahr in Dankbarkeit annehmen und mit Gottes Segen jeden seiner Tage bestehen.