Ikonen mit Kurzbeschreibungen

Alle hier aufgeführten Ikonen sind aktuell verfügbar.

Interessenten an einer Ikone aus unserer Werkstatt
melden sich bitte schriftlich (per E-Mail oder Brief).
Telefonische Nachfragen und Bestellungen sind nicht möglich.

Heimsuchung Mariens (2021)Besuch Mariens bei Elisabeth
Ei-Tempera auf Lindenholz
Kovcheg und (Buchenholz)-Sponki
Kreidegrundierung
über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Hochglanzvergoldung
cm 24 x 32

Die Ikone des Besuchs der heiligen Jungfrau Maria bei ihrer Verwandten, der heiligen Elisabeth, ist die Ikone der Begegnung zwischen zwei Frauen, aber auch zwischen den Kindern, die sie in ihrem Schoß tragen. Nachdem ihr der Erzengel Gabriel ihre Mutterschaft durch den Heiligen Geist verkündet hatte, machte sich Maria auf den Weg von Nazareth in eine Stadt in Judäa, um ihre Cousine Elisabeth zu besuchen, die Johannes (den zukünftigen Täufer, der einst auch Jesus taufen würde) gebären sollte.

Es ist eine Ikone der Freude: Die Gnade, die Maria, die künftige Mutter des Gottessohnes, umgibt, ist so stark und offensichtlich, dass selbst Elisabeth und das Kind, das sie erwartet, von ihr durchdrungen werden: „Siehe, sobald die Stimme deines Grußes an meine Ohren drang, regte sich das Kind in meinem Schoß vor Freude“, berichtet das Lukasevangelium. Zwischen den beiden Frauen bedarf es nicht vieler Worte. Sobald Elisabeth ihre Hände auf Marias Leib legt, kommt der Heilige Geist auf sie herab und lässt sie die Heiligkeit des Kindes, das dort heranwächst, erahnen.

Es ist auch eine Ikone des Gebets und des Lobpreises: Elisabeth wendet sich jubelnd an Maria, die Mutter des Herrn, und diese richtet ihren Lobgesang, ihr „Magnificat“, an Gott, den Vater: „Meine Seele preist die Größe des Herrn“.

Die Ikone der Begegnung von Maria und Elisabeth spricht von der Freude, die jeden Christen durchdringt und begleitet, der sein Herz für Gott öffnet. Diese Freude verbindet die Generationen. Durch Menschen, in denen Gott wohnt und die einander so begegnen wie Elisabeth und Maria, entstehen Orte, an denen andere aufatmen und leben können.

Hl. Apostel Peter Und Paul (2022)Hll. Apostel Petrus und Paulus
Ei-Tempera auf Lindenholz
Kovcheg und (Buchenholz)-Sponki
Kreidegrundierung
über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 26,5 x 43

Petrus und Paulus, zwei völlig entgegengesetzte Charaktere und Führungspersönlichkeiten (ein einfacher Fischer aus dem Kernland Israels und ein gelehrter, mit griechischer Kultur vertrauter römischer Bürger aus der gebildeten Schicht in der römischen Diaspora) werden zu den beiden Stützen des einen christlichen Glaubens. Petrus und Paulus repräsentieren die Kirche der Anfänge, die um ihre Identität und Ausrichtung ringt, was nicht immer ohne Konflikte vonstattengeht (Galaterbrief 2,11), etwa in der Frage, ob nichtjüdische Christen („Heiden“) sich dem jüdischen Gesetz zu unterziehen haben. Die beiden Apostel zeigen, dass die Kirche Unterschiede, ja Gegensätze aushält. Seit ältesten Zeiten feiert die Kirche von Rom das Fest der beiden großen und so verschiedenen Apostel am selben Tag, dem 29. Juni (obwohl sie wahrscheinlich nicht am selben Tag den Tod erlitten). Durch ihr Martyrium in Rom (Petrus wird gekreuzigt, Paulus enthauptet) sind die zwei Apostel zu Brüdern geworden und gemeinsam zu Gründern des neuen, des christlichen Rom. Das Blut der Märtyrer schreit nicht nach Rache, sondern es versöhnt. Es steht nicht als Anklage da, sondern als „goldenes Licht“, in das auch die Ikone der beiden Apostel getaucht ist. Durch ihr Martyrium gehören Petrus und Paulus für immer zueinander. Ihre Reliquien wurden schon früh in die Katakombe an der römischen Via Appia überführt. Sie starben für den einen Christus und sind eins in dem gemeinsamen leidenschaftlichen Zeugnis, das sie mit ihrem Leben gaben.

Die unterschiedliche Herkunft der beiden prägte ihre jeweilige Sendung als Apostel. Ihre Ikone erinnert Christen daran, dass jeder Getaufte zum Apostel und zur Mission berufen und damit ein „Gesandter“ ist.

Dionisi Hodegitria (november 2021)Christus-Emmanuel
Ei-Tempera auf Pappelholz
Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 20 x 25
Ikone nach dem Vorbild alter russischer Ikonen.

Der hebräische Name Immanuel begegnet ursprünglich beim alttestamentlichen Propheten Jesaja und ist dort Gegenstand einer Verheißung (Jes 7,14): „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.“ Im Matthäusevangelium wird dieser Name in Beziehung zu Jesus Christus gesetzt (Mt 1,23). Er ist der vom Vater vor aller Zeit gezeugte, der vor der Menschwerdung existente Sohn, der immerwährende Logos, von dem der Prolog des Johannesevangeliums spricht.
Christus wird in den Zügen und der Haltung eines jungen Erwachsenen dargestellt. Sein Gesicht wirkt kindlich-wissend. Die hohe Stirn erinnert an einen alten Mann. Auf allen Emmanuel-Ikonen begegnet das Paradoxon des Kind-Greises: Das Ewige, Immerseiende (ausgedrückt im Greis) und das Heranwachsende, Werdende (ausgedrückt im Kind) werden in eins gesehen. Das ist das göttliche Paradoxon, das Geheimnis der Menschwerdung des ewigen Gottes, der Advent des göttlichen Sohnes, des Lichtes der Welt, das wir an Weihnachten feiern. Die griechischen Buchstaben im Kreuznimbus bezeichnen Christus mit dem Namen Gottes: der Seiende, der „Ich bin, der ich für euch da bin“, der „Gott mit uns“.

Heilige Maria Magdalena als Zeugin der Auferstehung
Ei-Tempera auf Lindenholz
Kovcheg; Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
cm 25 x 32

Maria von Magdala gehörte zu den Frauen, die Jesus nachfolgten und mit für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten (Lk 8,3). Sie folgten ihrem Herrn nach Jerusalem, liefen nicht fort, als man ihn kreuzigte (Mt 27,55f), halfen bei seinem Begräbnis (Mt 27,61; Mk 15,47) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1-5, Joh 20,1). Nachdem Maria Magdalena davon den Jüngern Jesu berichtet hatte, begegnete ihr als erster der Auferstandene und trug ihr die Auferstehungsbotschaft an die Jünger auf (Joh 20,11-18). Weil Maria Magdalena im Evangelium als Erste genannt wird, die dem Auferstandenen begegnete, verehrte man sie schon in der Alten Kirche als „Apostelgleiche“. Im 3. Jahrhundert verlieh ihr Hippolyt von Rom den ehrenvollen Titel Apostola apostolorum – „Apostelin der Apostel“.
Nach ostkirchlicher Tradition hatte Maria Magdalena mit den anderen Aposteln Jerusalem verlassen, um das Evangelium in aller Welt zu verkünden. Sie war nach Rom gegangen und predigte dort und in ganz Italien. Sie soll auch Kaiser Tiberius (14-37) die Osterbotschaft verkündet und ihm als Symbol ein rotes Ei überreicht haben. Das harte Ei ist ein Zeichen für das kalte Steingrab, in dem Jesus tot gelegen hatte. Die rote Farbe des Eies steht für das Leben und dafür, daß Jesus durch seine Auferstehung den Tod besiegt hat. In Russland wird erzählt, daß Maria Magdalena dem römischen Kaiser Tiberius das Ei überreicht hat mit den Worten: „Christus ist auferstanden!“ Doch Tiberius wollte das nicht glauben und entgegnete ihr: „So wenig ein weißes Ei rot werden kann, so wenig kann ein Toter wieder auferstehen.“ Doch kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, da verwandelte sich das weiße Ei in ihrer Hand in ein rotes.