Ikonen mit Kurzbeschreibungen
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Hll. Apostel Petrus und Paulus
Ei-Tempera auf Lindenholz
Kovcheg und (Buchenholz)-Sponki
Kreidegrundierung
über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 26,5 x 43
Petrus und Paulus, zwei völlig entgegengesetzte Charaktere und Führungspersönlichkeiten (ein einfacher Fischer aus dem Kernland Israels und ein gelehrter, mit griechischer Kultur vertrauter römischer Bürger aus der gebildeten Schicht in der römischen Diaspora) werden zu den beiden Stützen des einen christlichen Glaubens. Petrus und Paulus repräsentieren die Kirche der Anfänge, die um ihre Identität und Ausrichtung ringt, was nicht immer ohne Konflikte vonstattengeht (Galaterbrief 2,11), etwa in der Frage, ob nichtjüdische Christen („Heiden“) sich dem jüdischen Gesetz zu unterziehen haben. Die beiden Apostel zeigen, dass die Kirche Unterschiede, ja Gegensätze aushält. Seit ältesten Zeiten feiert die Kirche von Rom das Fest der beiden großen und so verschiedenen Apostel am selben Tag, dem 29. Juni (obwohl sie wahrscheinlich nicht am selben Tag den Tod erlitten). Durch ihr Martyrium in Rom (Petrus wird gekreuzigt, Paulus enthauptet) sind die zwei Apostel zu Brüdern geworden und gemeinsam zu Gründern des neuen, des christlichen Rom. Das Blut der Märtyrer schreit nicht nach Rache, sondern es versöhnt. Es steht nicht als Anklage da, sondern als „goldenes Licht“, in das auch die Ikone der beiden Apostel getaucht ist. Durch ihr Martyrium gehören Petrus und Paulus für immer zueinander. Ihre Reliquien wurden schon früh in die Katakombe an der römischen Via Appia überführt. Sie starben für den einen Christus und sind eins in dem gemeinsamen leidenschaftlichen Zeugnis, das sie mit ihrem Leben gaben.
Die unterschiedliche Herkunft der beiden prägte ihre jeweilige Sendung als Apostel. Ihre Ikone erinnert Christen daran, dass jeder Getaufte zum Apostel und zur Mission berufen und damit ein „Gesandter“ ist.






