Handgeschriebene Ikonen im Angebot

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Ikone des heiligen Ephräm des Syrers
Ei-Tempera auf Pappelholz
Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 25 x 32
Ikone nach dem Vorbild alter byzantinischer Fresken.

Ephräm (ca. 306-373) war Diakon in der Kirche von Nisibis, Beter, Exeget, Prediger, Schriftsteller, Asket, Kirchenlehrer und einer der beliebtesten Hymnendichter der Kirchen syrischer Tradition. Man nannte ihn voller Verehrung „Harfe des heiligen Geistes.“ Ephräm gehörte wahrscheinlich den „Söhnen des Bundes“ an, einer dem Mönchtum ähnlichen Gemeinschaft innerhalb der syrischen Kirche des 4. Jahrhunderts, deren Mitglieder asketisches Leben mit aktiver sozialer und kirchenpolitischer Tätigkeit verbanden. Als Bundessohn verbrachte Ephräm seine Nächte mit Gebet und dem Studium der Heiligen Schrift. „Gebet“ und „die Hände erheben“ sind in der Bibel oft identisch. In der frühchristlichen Tradition ist das Erheben der Hände die Gebetshaltung schlechthin. Es ist zugleich aussagekräftiger Fürbitt- und Segensgestus, mit dem der heilige Ephräm auf den Betrachter der Ikone zukommt.

Heiliger Evangelist Johannes im Schweigen
Ei-Tempera auf Pappelholz
Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 20 x 25
Russischer Ikonentyp, der seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar ist.

Johannes wird als Evangelist und Theologe dargestellt, ja er verkörpert das Idealbild eines Theologen, der das Wort Gottes schweigend empfängt. Seine weit aufgerissenen Augen sehen wie durch etwas hindurch, sehen tiefer, wie in einer inneren Schau, alles verbindend. Johannes kreuzt die Finger über seinem Mund, um nichts aus eigenem Gutdünken zu schreiben, sondern sich mit dem Zeichen des Kreuzes selbst zum Schweigen zu bringen und so ganz Gottes Werkzeug zu sein. In dieser Haltung des schweigenden Hörens auf Gott sollen sich auch die Leser des Evangeliums dem Wort Gottes nähern. So kann ihnen Christus als „aus der Stille herausgetretenes Wort“ (Ignatius von Antiochien, Brief an die Magnesier) begegnen.

Christus – Pantokrator
Ei-Tempera auf Pappelholz
Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 25 x 32

Die Pantokrator-Ikone stellt dem Beter Christus vor Augen als gottgleich, als ewig wie Gott. Das Von-Gott-erfüllt-Sein strahlt aus dem Antlitz dieser Ikone.
Die Pantokrator-Ikone ist eigentlich Darstellung Gottes – der selbst in unsichtbarem Licht wohnt. Wie man nicht in die Sonne schauen kann, aber ihren Abglanz in der ganzen Schöpfung sieht, so kann man Gott selbst nicht darstellen. Aber den menschgewordenen Gott – Jesus Christus, der Bild (Eikon) des Vaters ist. Pantokratordarstellungen stehen in Verbindung mit dem Geheimnis der Himmelfahrt und des österlichen Sieges des Herrn (Phil 2,7-11). Pantokrator-Ikonen stellen Christus als den erhöhten Herrn dar, der wiederkommt. Sie erinnern den Beter an Christi alles durchdringende Gegenwart. Jesus Christus wird als der wahre Weltenherrscher, in dem alle Dinge bestehen, dargestellt. Er enthält und umfängt alles, er bringt alles aus sich hervor, unterhält, sorgt für alles, zieht alles an sich. Der Pantokrator steht für unser Umhülltsein durch Christus, der uns näher ist als die Luft, die wir atmen.
In Joh 1,14 heißt es: ,,Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ Christus ist ,,eines Wesens mit dem Vater“ (Credo). Er ist das ,,Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15), zugleich der Prototyp des verwandelten, heilen Menschen, der durch den Heiligen Geist zu seiner vom Vater gemeinten Schönheit gestaltet worden ist.

Christus-Emmanuel
Ei-Tempera auf Pappelholz
Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 20 x 25
Ikone nach dem Vorbild alter russischer Ikonen.

Der hebräische Name Immanuel begegnet ursprünglich beim alttestamentlichen Propheten Jesaja und ist dort Gegenstand einer Verheißung (Jes 7,14): „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.“ Im Matthäusevangelium wird dieser Name in Beziehung zu Jesus Christus gesetzt (Mt 1,23). Er ist der vom Vater vor aller Zeit gezeugte, der vor der Menschwerdung existente Sohn, der immerwährende Logos, von dem der Prolog des Johannesevangeliums spricht.
Christus wird in den Zügen und der Haltung eines jungen Erwachsenen dargestellt. Sein Gesicht wirkt kindlich-wissend. Die hohe Stirn erinnert an einen alten Mann. Auf allen Emmanuel-Ikonen begegnet das Paradoxon des Kind-Greises: Das Ewige, Immerseiende (ausgedrückt im Greis) und das Heranwachsende, Werdende (ausgedrückt im Kind) werden in eins gesehen. Das ist das göttliche Paradoxon, das Geheimnis der Menschwerdung des ewigen Gottes, der Advent des göttlichen Sohnes, des Lichtes der Welt, das wir an Weihnachten feiern. Die griechischen Buchstaben im Kreuznimbus bezeichnen Christus mit dem Namen Gottes: der Seiende, der „Ich bin, der ich für euch da bin“, der „Gott mit uns“.

Maria – Schmerzensmutter
Ei-Tempera auf Pappelholz
Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Polimentvergoldung (Glanz- und Mattvergoldung)
cm 20 x 25

Die Ikone wurde nach einer Marienikone aus dem 14. Jh. geschrieben, die Teil eines Diptychons im Metamórphosis-Kloster (Metéora) in Griechenland ist. Maria wendet sich mit geneigtem Kopf ihrem Sohn zu (auf einer zum Diptychon gehörenden zweiten Ikone). Ein anmutiger Manierismus deutet zart die Bewegung der beiden Hände an. Ausdrucksstark sind die zusammengezogenen Augenbrauen und die traurigen Augen. Die schmerzerfüllte Trauer Mariens zeugt von der verinnerlichten Leidensgeschichte ihres Sohnes.

Gottesmutter Aristokratusa
Ei-Tempera auf Lindenholz
Kowtscheg; Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 30 x 40

Marienikone vom Typ „Hodegetria“ – die „Wegweisende“, „Führerin der Kirche“. Sie wurde nach dem Vorbild der Ikone „Aristokratusa“, einer Marienikone aus dem 13. Jh. im Athos-Kloster Vatopedi geschrieben. Diese Art von Mariendarstellungen, bei der die Gottesmutter das Kind auf dem linken Arm trägt und mit der rechten Hand auf es weist, war zuerst auf byzantinischen Ikonen des 11. Jahrhunderts anzutreffen. Im Hintergrund stehen die Worte Mariens bei der Hochzeit zu Kana: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). Maria verweist den Betrachter auf ihren Sohn. Sie ist Wegweiserin zu Christus.

Christus – Ecce homo / Bräutigam
Ei-Tempera auf Pappelholz
Kreidegrundierung über aufgeleimter Baumwoll-Gaze
Blattvergoldung
cm 25 x 32

„Ecce Homo“ — das sind jene Worte, die Pilatus sprach, als er Jesus der Menge vorführte: „Siehe, der Mensch“ (Joh 18,28 und 19,16). Die Ikone mit diesem Titel zeigt Jesus, als er von den Soldaten des Pilatus verspottet wird (Mt 27,27-31). Er trägt ein einen dünnen Stab aus Schilfrohr, ist mit einem Purpurmantel angetan und mit einer Dornenkrone gekrönt. In grausamer Ironie sind es die Soldaten, die – indem sie Jesus unter Spott und Beleidigungen huldigen – ihn zu recht und wahrheitsgemäß als „König der Juden“ ausrufen.
Von ihrer Funktion in der byzantinischen Liturgie der Karwoche her hat dieser Ikonentyp noch einen weiteren Namen: „Christus, der Bräutigam“. In seiner Passion vereint Christus, der Bräutigam, die ganze Menschheit mit sich. Die Krone aus Dornen ist Symbol seines Leidens und seiner Vermählung mit der Kirche. (In der Ostkirche wird die Trauung der Brautleute „Krönung“ genannt. Die Krone ist Symbol für die christliche Hochzeit.) Der Strick um Jesu Hände versinnbildlicht erneut seine Bindung an die Kirche als ihr Bräutigam. Er deutet zugleich auf das menschliche Gefesseltsein durch Sünde und Tod, auf eine Fessel, die in Jesu Tod am Kreuz für immer gelöst wurde. Das Schilfrohr in der Hand Jesu ist Symbol seiner Demut und Sanftmut. Jesus Christus herrscht nicht mit eisernem Zepter, sondern übt eine demütige Herrschaft aus in seinem Reich.